Presswerk · Leipzig-Plagwitz · seit 2014
Schwarz wird
hier gemacht
Schnitt, Galvanik und Presse unter einem Dach. Drei Pressen, eine Schneidemaschine, kein Zwischenhändler — und niemand, der Ihnen sagt, dass zweiundzwanzig Minuten pro Seite kein Problem sind.
WERK Leipzig · 33⅓
Der Weg durch das Werk
Fünf Stationen
Die Stationsauswahl braucht JavaScript. Alle fünf Stationen stehen unabhängig davon vollständig untereinander.
Station 1 — Schnitt
Von der Datei in den Lack
Der Schnitt ist die einzige Station, die in Echtzeit läuft: Eine Seite von achtzehn Minuten dauert achtzehn Minuten. Der Stichel schneidet heiß in eine Lackfolie, und was dabei schiefgeht, ist unwiderruflich — es gibt kein Rückwärts in eine Rille.
Station 2 — Galvanik
Vater, Mutter, Sohn
Die Lackfolie wird versilbert und im Nickelbad abgeformt. Aus dem Vater entsteht die Mutter, aus der Mutter der Sohn — und erst der Sohn geht als Stamper in die Presse. Drei Schritte, weil jede Abformung ein Negativ ist und die Presse ein Negativ braucht.
Station 3 — Presse
Sechsundzwanzig Sekunden
Ein Klumpen PVC — im Werk heißt er Biskuit — kommt zwischen die beiden Stamper, dazu die Labels. Dann Hitze, Druck, Kühlung, Abtrennen des Grats. Danach muss die Platte zwei Tage flach liegen, bevor sie in die Hülle darf.
Station 4 — Label
Das Papier muss trocken sein
Labels werden vor dem Pressen gebacken. Papier, das Feuchtigkeit mitbringt, wirft in der Presse Blasen und drückt sie in die erste Rille. Deshalb liegt das Label 24 Stunden im Trockenschrank, bevor es die Platte je sieht.
Station 5 — Prüfung
Zehn Testpressungen
Aus jeder Auflage gehen zehn Exemplare als Testpressung heraus, und ohne Freigabe läuft die Presse nicht weiter. Wir hören die erste, dritte und letzte selbst ab — Vollausschlag, Innenrille, Störgeräusche. Der Rest geht zum Kunden.
Klartext
Vier Dinge, die wir nicht tun
Keine Datei ungehört pressen
Jedes Master wird vor dem Schnitt abgehört. Wenn etwas nicht schneidbar ist, sagen wir es vorher — nicht nach der Testpressung.
Keine Laufzeit schönreden
Über der komfortablen Grenze wird die Platte leiser. Das ist Physik, keine Verhandlungssache, und steht im Laufzeitrechner.
Kein Recyclat in der Auflage
Ausschuss wird gemahlen und wiederverwendet — aber nur für interne Testläufe, nie für eine Auflage, die verkauft wird.
Keine Freigabe ohne Unterschrift
Ohne schriftliche Freigabe der Testpressung läuft die Auflage nicht an. Auch nicht, wenn der Termin drückt.
Der häufigste Rückläufer ist zu lange Spielzeit. Etwa jede fünfte Anfrage bringt eine Seite mit, die über der Grenze liegt. Meistens hilft eine andere Reihenfolge der Stücke — der lauteste Titel gehört nach außen, wo die Rille am schnellsten läuft.