Der Abstieg
Ein Tauchgang der NEREUS 4 dauert neun Stunden. Zwei davon sind Abstieg, zwei sind Aufstieg, fünf bleiben für Arbeit am Grund. Was dazwischen liegt, wird selten gezeigt — deshalb steht es hier.
Lichtzone
Wo Photosynthese endet
Bis hierher reicht genug Sonnenlicht für Algen. Die Grenze ist keine Linie, sondern ein Verlöschen: Bei 200 Metern ist noch etwa ein Fünftausendstel des Oberflächenlichts übrig — zu wenig für Pflanzen, genug für Augen.
Dämmerzone
Das größte Wanderungsereignis der Erde
Jede Nacht steigen hier Milliarden Tiere zum Fressen nach oben und kehren vor Sonnenaufgang zurück. Auf dem Echolot sieht das aus wie ein zweiter Meeresboden, der sich hebt und senkt — die Deep Scattering Layer.
Mitternacht
Kein Sonnenlicht mehr, aber nicht dunkel
Ab hier kommt alles Licht aus Lebewesen. Schätzungen zufolge leuchten drei von vier Tieren dieser Zone selbst. Wir fahren die Scheinwerfer deshalb nur an, wenn wir müssen — und protokollieren jede Minute, in der sie brannten.
Einsatzgrenze
Wo die NEREUS 4 aufhört
Auf 6.000 Metern drückt das Wasser mit rund 607 bar auf den Titan-Druckkörper — das Gewicht eines Kleinwagens auf jedem Quadratzentimeter. Tiefer fährt bei uns nur noch der Lander HADES, und der fährt ohne Menschen.
Was von einer Fahrt bleibt
Neun Stunden unter Wasser ergeben rund vierzig Gigabyte Rohdaten und im Mittel elf Proben. Die Auswertung dauert Monate.
Kerne aus dem Grund
Bis zu sechs Stechrohre je Tauchgang. Ein Zentimeter Sediment entspricht in dieser Tiefe grob tausend Jahren.
Schöpfer in vier Höhen
Proben aus 6.000, 4.000, 1.000 und 200 Metern — dieselben Marken, die auch die Zonen dieser Seite gliedern.
Vier Kameras, eine Regel
Aufnahmen nur mit laufendem Protokoll. Jede Scheinwerferminute wird notiert, weil Licht in dieser Zone ein Eingriff ist.
Hydrophon durchgehend
Die einzige Messung, die auch beim Abstieg läuft. Sie kostet nichts und hat schon zweimal erklärt, was die Kameras nicht sahen.