SteinhaldeKernen im Remstal Verkostung

Lage

Ein Hang, drei Gesteine, 62 Prozent Neigung an der steilsten Stelle. Wer hier Wein macht, entscheidet nicht viel – er ordnet sich ein.

Querschnitt durch den Hang der Steinhalde Der Hang fällt von 340 Metern über NN im Süden auf 265 Meter im Norden. Im oberen Drittel steht Stubensandstein, im mittleren Knollenmergel, am Hangfuß Gipskeuper unter einer Lösslehmdecke. 340 m ü. NN 265 m LÖSSLEHM STUBENSANDSTEIN KNOLLENMERGEL GIPSKEUPER SÜD NORD
Schematischer Hangschnitt · überhöht dargestellt

Oberer Hang 310–340 m ü. NN

Oben der Sandstein

Was dort steht

4,8 Hektar Riesling, Silvaner, Weißburgunder und die kleine Muskattrollinger-Parzelle. Pflanzdichte 6.500 Stock je Hektar, Zeilen in Falllinie.

Warum dort

Die obersten Zeilen bekommen am meisten Wind. Das trocknet das Laub nach Regen ab und hält Pilzdruck von den dünnschaligen Weißweinsorten fern.

Der Nachteil

Der Boden hält kaum Wasser. Ab drei Wochen ohne Regen sieht man es am Laub. In Trockenjahren tropfbewässern wir hier zuerst.

Mittlerer Hang 285–310 m ü. NN

In der Mitte der Mergel

Was dort steht

5,9 Hektar Lemberger, Spätburgunder, Zweigelt und Trollinger. Die ältesten Stöcke wurden 1961 gepflanzt, in Einzelpfahlerziehung, wie es damals üblich war.

Warum dort

Der Mergel liefert Wasser bis in den September und bremst die Reife. Genau das brauchen Rotweinsorten, damit die Gerbstoffe reifen, bevor der Zucker davonläuft.

Der Nachteil

Nach Regen ist der Boden zwei Tage lang nicht befahrbar und kaum begehbar. Die Lese verschiebt sich dann, ob es uns passt oder nicht.

Hangfuß 265–285 m ü. NN

Unten der Gips

Was dort steht

0,7 Hektar Riesling und Chardonnay auf einer Terrasse, die 1978 angelegt wurde, nachdem der Hang an dieser Stelle abgerutscht war.

Warum so wenig

Gipskeuper quillt bei Wassersättigung und schrumpft beim Trocknen. Das bewegt den Untergrund. Weiter westlich haben wir zweimal neu gepflanzt und es dann gelassen.

Was er kann

Weine mit einer Salzigkeit, die man nicht erklären, aber wiedererkennen kann. Deshalb füllen wir die Parzelle einzeln ab, obwohl es sich betriebswirtschaftlich nicht rechnet.

1904–heute Vier Generationen

Was sich geändert hat

Gegründet
1904Wilhelm Ammann
Eigene Füllung seit
1968zuvor Fassweinverkauf
Ohne Herbizid seit
2009gesamte Fläche
Betriebsleitung
2011Sabine Ammann

Bis 1968 ging der gesamte Ertrag als Fassware an die Genossenschaft. Der Großvater füllte den ersten eigenen Wein ab, weil ein Gastwirt aus Waiblingen ihn darum bat. Die Etiketten schrieb er mit der Hand – 240 Stück, in einer Nacht.

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